Erwachsenensprache von Robert Pfaller

Ich freue mich, dass mein Kollege Heinz Kischkel ein weiteres Mal in meinem Blog mit einem Gast-Beitrag zu Wort kommen möchte. Eine zuerst unterschätzte Neuerscheinung macht nun in den Medien die Runde. Wer folgenden Artikel liest, wird verstehen, dass wir Pfallers Thesen nicht unangegriffen stehenlassen können. Es folgt in einer Sprache für Erwachsene…

Heinz Kischkel über

Robert Pfaller: Erwachsenensprache. Über ihr Verschwinden aus Politik und Kultur.

Mit seiner Grundthese sagt Pfaller, dass die Diversifizierung in Diskriminierungskollektive die klassische Öffentlichkeit und die in ihr artikulierte Einheit vernichte. Das sei die Ideologie des Neoliberalismus, der damit den Grundwiderspruch verschleiere, durch den weite Teile der Bevölkerung verarmten, während eine immer kleinere Schicht immer reicher werde. Statt dagegen anzukämpfen, befasse man sich mit lächerlichen „Mikroaggressionen“ und albernen Sprachregelungen der political correctness.  … 

 

Herr Maschine oder vom wunderlichen Leben und Sterben des Julien Offray de La Mettrie

Über dieses Buch schreibe ich die erste reine Rezension über eine aktuelle Neuerscheinung für dieses Blog, das nicht als reines Buchblog gedacht war. Herr Maschine bot sich einfach an. Es ist die Biografie eines Außenseiters, dessen Gedanken in demokrit’scher oder epikureischer Tradition gesehen werden. Als ich das Buch entdeckte, war ich sofort begeistert und wurde nicht enttäuscht.

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Technische Neuerungen im Leben eines Buchhändlers

Nun ist es mir schon wieder passiert. Ich lese etwas im Netz, auf einer Webseite oder einem Social Media Account, und speichere mir nicht den Link und finde den Verweis auch nicht durch googeln wieder. Da ich mit einer Idee jetzt schon länger schwanger gehe, schreibe ich diesen Beitrag trotzdem.

Folgendes Zitat begegnete mir zweimal kurz hintereinander im Netz. Beide Male ohne Nennung der Quelle. Trotzdem fanden sich schnell Leser, die wussten, dass es von Douglas Adams stammt. Obwohl Lachs im Zweifel nun wirklich kein besonders bekanntes Buch ist. Also weißt bitte eure Zitate aus, haltet eure Leser nicht für blöd. Ich ging zum Regal, blätterte und zeige:

„Ich habe ein paar Regeln aufgestellt, die unsere Reaktionen auf technische Neuerungen beschreiben:

1. Alles, was es schon gibt, wenn du auf die Welt kommst, ist normal und üblich und gehört zum selbstverständlichen funktionierende Welt dazu.

2. Alles, was zwischen deinem 15. und 35. Lebensjahr erfunden wird, ist neu, und revolutionär und kann dir vielleicht zu einer beruflichen Laufbahn verhelfen.

3. Alles, was nach deinem 35. Lebensjahr erfunden wird, richtet sich gegen die natürliche Ordnung der Dinge.“ — Douglas Adams: Lachs im Zweifel. (Heyne) München 2003. S. 134.

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Epikur – eine kleine Einführung

Einer meiner Lieblings-Philosophen wurde schon vor… ja, Jahrzehnten… Epikur. Natürlich sollen wir, wenn wir anspruchsvoll bleiben wollen, keinem einzelnen Denker dienen. Ich stimme ihm auch nicht eins zu eins zu. Wenn ich in späteren Artikeln in diesem Blog auf Epikurs Positionen zurückkomme, wird das sicher deutlich.

Ob Epikur mein philosophisches Interesse geweckt hat, oder nur einer von mehreren Bausteinen war, weiß ich heute nicht mehr. Seine Briefe, Sprüche und Werkfragmente begegneten mir … 

 

Kritik des Vorworts zu Russels „Warum ich kein Christ bin“

Heute kommt ihr in den Genuss eines Gastbeitrags von Heinz Kischkel. Heinz ist Social-Media-Abstinent, viele schätzen aber seine Buchtipps auf der Homepage unseres gemeinsamen Arbeitgebers. Er hat sich eingehender mit Karl Barths Denken beschäftigt, womit ich in Martin Walsers Vorwort zur Neuausgabe von Bertrand Russells „Warum ich kein Christ bin“ erstmalig in Berührung kam. … 

 

Digitalisierung

„Bier first. Bedenken second.“ ist null differenziert. Aber hier geht es nicht um die Politik einer einzelnen Partei. Sondern um die Fragwürdigkeit zu früher digitaler Bildung für unseren Nachwuchs. … 

 

Das Induktionsproblem am Beispiel des Satzes „Alle Menschen sind sterblich.“

Ist dir in Alltagsgesprächen oder in philosophischen Seminaren und Büchern über Logik schon dieser Satz begegnet: „Alle Menschen sind sterblich.“? Er wird oft als klassisches Beispiel herangezogen, um Lernenden Argumentationsstrukturen zu vermitteln. Häufig ist vor allem folgende Schlussfigur:

Prämisse 1: „Alle Menschen sind sterblich.“

Prämisse 2: „Sokrates ist ein Mensch.“

Konklusion: „Also ist Sokrates sterblich.“

Nun wissen wir von der Wahrheit der Konklusion. Sokrates ist gestorben, vergiftet aufgrund eines Gerichtsurteils, das womöglich nur deshalb zustande kam, weil niemand Klugscheißer mag. Aber nicht etwa weil Sokrates jemandem geschadet hätte.

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Über Krimis

Wenn ich schmökere, dann ist es oft ein Krimi. Was fasziniert so viele Lesende an Krimis? Es geht um Mord und Totschlag, Attentate und Gemetzel. Die einen Leserinnen mögen Serienkiller, die eine blutige Spur hinterlassen, die anderen Leser mögen es psychologischer, am besten wenn die Autorin noch mit allen Details die Familienstruktur der Ermittlerin aufzeichnet oder der Autor seinen Ermittler französisch kochen lässt. In Fernsehkrimis bekommen wir auch kammerspielartig typische Büroszenen zu sehen. So viele Geschmäcker es gibt, so viele Spielarten des Genres gibt es auch. … 

 

Die Entleerung der Schreibtische

Manches mal müssen wir einfach mal innehalten um uns zu vergegenwärtigen, was die Digitalisierung unseres Lebens und unseres Wirtschaftens alles für Veränderungen ausgelöst hat. An dieser Stelle meine ich nicht die Berufe, die zu verschwinden drohen oder erst entstanden sind und sicher noch entstehen werden, auch nicht die Verwerfungen in der Firmenlandschaft, sondern einen Aspekt aus unserem Alltag. Vor allem dem Alltag der Menschen, die in Büros arbeiten oder im Home-Office oder allgemein sich das Etikett „Wissensarbeiter“ anstecken können. Wie sehen unsere Schreibtische heute aus? Wer konsequent ist, kann sich an einen sehr aufgeräumten Arbeitsplatz setzen. … 

 

Über Quadratismus

Das klassische Bild-Format des Kinofilms war im Seitenverhältnis 4:3. Die alten Röhrenfernsehgeräte konnten aus technischen Gründen nur ein fast quadratisches Bild darstellen. Erst moderne Flachbildschirme waren in der Lage beliebige Formate darzustellen. Nun war schon lange bekannt, dass das menschliche Sichtfeld in etwa ein Seitenformat von 16:9 hat – horizontal ausgerichtet. Durch die Art und Weise, wie üblicherweise mit Smartphones fotografiert wird, etablierte sich ein rechteckiges Format – hochkant ausgerichtet. Natürlich lassen sich mit Smartphones auch rechteckige, horizontal ausgerichtete Fotos machen; aber das ist weniger bequem und dauert länger. Nun beobachte ich immer mehr quadratische Fotos. Bei Instagram sind sie das Standardformat und auch bei der neuen Betrags-Funktion von Google My Business. Auch auf einigen anderen Plattformen ist es praktikabler mit quadratischen Bildern zu hantieren.

Ich glaube, dass dieser Quadratismus nicht das Ende der Entwicklung sein kann. Das Format 16:9 hat sich mit guten Gründen für Filme durchgesetzt. Es passt perfekt zum menschlichen Sehen. So kann ich mir vorstellen, dass es zukünftigen intelligenten Kameras möglich sein wird, so zu fotografieren, dass breite Bilder entstehen, egal wie ich die Kamera halte.

Leuchttürme möchte ich weiterhin hochkant darstellen. Aber wo ist das soziale Netzwerk, das Titelbilder in hochkant erlaubt? 😉