Die epikureische Philosophie zur Willensfreiheit 2/3: Indeterminismus

In diesem zweiten von drei Beiträgen zur Willensfreiheit in der epikureischen Philosophie zeige ich die Gegenposition zum im ersten Beitrag referierten Determinismus: dem Indeterminismus. Diese vertritt die Vorstellung, dass etwas zufällig und ohne Ursache da ist. Dazu stelle ich die Analyse der Kausalität von David Hume dar. Von Immanuel Kant erhielt er dafür die Anerkennung, dass er es war, der „…zuerst den dogmatischen Schlummer unterbrach…“ (Kant, Prolegomena, S. 6) … 

 

Die epikureische Philosophie zur Willensfreiheit 1/3: Determinismus

Seit Menschen sich Gedanken über sich und die Welt machen, gibt es Versuche, Macht über das Schicksal zu bekommen. Sie ersannen Vorhersagesysteme wie Orakel. Wir kennen knochenwerfende Schamanen, das Orakel von Delphi, die römischen Auguren, Astrologie und Tarotkarten.  … 

 

Warum es die Welt nicht gibt

„Die Philosophie beschäftigt sich auf wissenschaftliche Weise mit der Frage, was das Ganze eigentlich soll.“ Großartig. Das wäre ein guter erster Satz für dein Buch gewesen, Markus Gabriel, verheizt ihn jedoch als ersten Satz eines späten Kapitels. Als ersten Satz nimmst du lieber den – nicht als Zitat ausgewiesenen – Buchtitel eines meiner Jugendidole.  … 

 

Warum Marx recht hat

„Die Arbeiterklasse ist also nicht immer männlich, muskulös und geübt im Umgang mit Vorschlaghämmern.“ In seinem jetzt endlich als Taschenbuch erschienenen Buch Warum Marx recht hat argumentiert Terry Eagleton gegen dieses und viele weitere Vorurteile die über Karl Marx‘ Theorie kolportiert werden. In seinem gewohnt heiteren Stil gelingt es ihm seine Leser sowohl zu informieren, wie zu unterhalten. Eagleton bezeichnet sich selbst als (katholischen) Marxist, beweist aber genug kritische Distanz. So betont er, dass sich mit Klassenkämpfen nicht alle Ereignisse der Geschichte erklären lassen. Der Marxismus ist keine Weltformel die auf alles Anwendung finden kann.  … 

 

Erwachsenensprache von Robert Pfaller

Ich freue mich, dass mein Kollege Heinz Kischkel ein weiteres Mal in meinem Blog mit einem Gast-Beitrag zu Wort kommen möchte. Eine zuerst unterschätzte Neuerscheinung macht nun in den Medien die Runde. Wer folgenden Artikel liest, wird verstehen, dass wir Pfallers Thesen nicht unangegriffen stehenlassen können. Es folgt in einer Sprache für Erwachsene…

Heinz Kischkel über

Robert Pfaller: Erwachsenensprache. Über ihr Verschwinden aus Politik und Kultur.

Mit seiner Grundthese sagt Pfaller, dass die Diversifizierung in Diskriminierungskollektive die klassische Öffentlichkeit und die in ihr artikulierte Einheit vernichte. Das sei die Ideologie des Neoliberalismus, der damit den Grundwiderspruch verschleiere, durch den weite Teile der Bevölkerung verarmten, während eine immer kleinere Schicht immer reicher werde. Statt dagegen anzukämpfen, befasse man sich mit lächerlichen „Mikroaggressionen“ und albernen Sprachregelungen der political correctness.  … 

 

Herr Maschine oder vom wunderlichen Leben und Sterben des Julien Offray de La Mettrie

Über dieses Buch schreibe ich die erste reine Rezension über eine aktuelle Neuerscheinung für dieses Blog, das nicht als reines Buchblog gedacht war. Herr Maschine bot sich einfach an. Es ist die Biografie eines Außenseiters, dessen Gedanken in demokrit’scher oder epikureischer Tradition gesehen werden. Als ich das Buch entdeckte, war ich sofort begeistert und wurde nicht enttäuscht.

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Technische Neuerungen im Leben eines Buchhändlers

Nun ist es mir schon wieder passiert. Ich lese etwas im Netz, auf einer Webseite oder einem Social Media Account, und speichere mir nicht den Link und finde den Verweis auch nicht durch googeln wieder. Da ich mit einer Idee jetzt schon länger schwanger gehe, schreibe ich diesen Beitrag trotzdem.

Folgendes Zitat begegnete mir zweimal kurz hintereinander im Netz. Beide Male ohne Nennung der Quelle. Trotzdem fanden sich schnell Leser, die wussten, dass es von Douglas Adams stammt. Obwohl Lachs im Zweifel nun wirklich kein besonders bekanntes Buch ist. Also weißt bitte eure Zitate aus, haltet eure Leser nicht für blöd. Ich ging zum Regal, blätterte und zeige:

„Ich habe ein paar Regeln aufgestellt, die unsere Reaktionen auf technische Neuerungen beschreiben:

1. Alles, was es schon gibt, wenn du auf die Welt kommst, ist normal und üblich und gehört zum selbstverständlichen funktionierende Welt dazu.

2. Alles, was zwischen deinem 15. und 35. Lebensjahr erfunden wird, ist neu, und revolutionär und kann dir vielleicht zu einer beruflichen Laufbahn verhelfen.

3. Alles, was nach deinem 35. Lebensjahr erfunden wird, richtet sich gegen die natürliche Ordnung der Dinge.“ — Douglas Adams: Lachs im Zweifel. (Heyne) München 2003. S. 134.

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Epikur – eine kleine Einführung

Einer meiner Lieblings-Philosophen wurde schon vor… ja, Jahrzehnten… Epikur. Natürlich sollen wir, wenn wir anspruchsvoll bleiben wollen, keinem einzelnen Denker dienen. Ich stimme ihm auch nicht eins zu eins zu. Wenn ich in späteren Artikeln in diesem Blog auf Epikurs Positionen zurückkomme, wird das sicher deutlich.

Ob Epikur mein philosophisches Interesse geweckt hat, oder nur einer von mehreren Bausteinen war, weiß ich heute nicht mehr. Seine Briefe, Sprüche und Werkfragmente begegneten mir … 

 

Kritik des Vorworts zu Russels „Warum ich kein Christ bin“

Heute kommt ihr in den Genuss eines Gastbeitrags von Heinz Kischkel. Heinz ist Social-Media-Abstinent, viele schätzen aber seine Buchtipps auf der Homepage unseres gemeinsamen Arbeitgebers. Er hat sich eingehender mit Karl Barths Denken beschäftigt, womit ich in Martin Walsers Vorwort zur Neuausgabe von Bertrand Russells „Warum ich kein Christ bin“ erstmalig in Berührung kam. … 

 

Digitalisierung

„Bier first. Bedenken second.“ ist null differenziert. Aber hier geht es nicht um die Politik einer einzelnen Partei. Sondern um die Fragwürdigkeit zu früher digitaler Bildung für unseren Nachwuchs. …