Epilog

„Denken Sie wagemutig, aber verbergen Sie sich.“ – Julien Offray de La Mettrie, Discours Préliminaire

Dies ist der letzte Beitrag in meinem Blog. Lange Zeit haderte ich damit, dass er kaum Leserinnen und Leser fand. Der Blogger kann natürlich unter der Haube sehen, wieviele echte Aufrufe die Seite hat und wie viele Bots das sein müssen. Diese versuchen ständig zu kommentieren, bieten von SEO bis Viagra alles mögliche an. Einer wollte mir unter meinem Krimi-Beitrag etwas von Leonardo da Vinci erzählen.

Ich weiß, ein erfolgreiches Blog muss deutlich regelmäßiger etwas Neues bringen. Aber das ist mit meinen Themen neben Beruf und Familie nicht zu schaffen. Ich habe einen Menge technisches gelernt und bin endlich wieder zum Schreiben gekommen, werde den Blog aber trotzdem nach rund anderthalb Jahren wieder schließen. Es fühlt sich einfach nicht mehr richtig an!

Neue Texte von mir und die besten von hier werdet ihr zukünftig unter https://philosophieheute.com finden. Ich finde es sinnvoller, wenn eine Site von den Inhalten mehrerer Schreibender zehrt und dadurch lebendig bleibt. Ich wünsche diesem Projekt viel Erfolg und weitere Gastautoren.

Mein erfolgreichster Text hier war mein Kommentar zu Markus Gabriels Buch „Warum es die Welt nicht gibt“ und ist bereits an der neuen Stelle aufzurufen: https://philosophieheute.com/2018/11/27/bernd-schaefer-warum-es-die-welt-nicht-gibt-zum-buch-von-markus-gabriel/

Ich bedanke mich bei allen Leserinnen und Lesern. Ich bin nicht aus der Welt.

@epikur404

 

On Bullshit

Die Blase des globalen Geschwätz dehnt sich immer mehr aus. Nicht mehr nur Politiker und Marken tragen ihre Botschaften zu uns,  jede „Ich-AG“, jeder Influencer, jeder Promi betreiben ihre PR. Zweck der Botschaft ist ihre Aufmerksamkeit erzeugende Wirkung. Der Wahrheitsgehalt ist egal. … 

 

Das Spiel der Logik

Das weniger bekannte Buch „Das Spiel der Logik“ von Lewis Carroll bringt den Lesenden das logische Schließen näher. Unter seinem bürgerlichen Namen Charles Lutwidge Dodgson ist Carroll als Mathematiker und Logiker weniger bekannt als als Schöpfer des Kinderbuchklassikers „Alice im Wunderland“. Er gilt als Pionier der Nonsens-Literatur, dem Absurden und des Surrealismus. Aber gerade „Alice im Wunderland“ zeigt, auf welch reiche Kenntnisse aus Philosophie und Logik Carroll zurückgriff. Meines Erachtens ist „Alice im Wunderland“ für Kinder eher verstörend und beängstigend aber kein Kinderbuch. Ich sehe es eher als logisch-philosophischen Roman, der durch seine Adressierung an ein kleines Mädchen oft unterschätzt wird. … 

 

Gute Gründe seine Social Media Accounts zu löschen?

Jaron Laniers jüngstes Buch alarmiert mit dem Titel Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst. Als Buchhändler und Social Media Manager einer kleinen unabhängigen Buchhandlung sehe ich das Buch als Pflichtlektüre. … 

 

Epikur und die Willensfreiheit 3/3

Zwischen den beiden extremen Positionen, die ich in meinem letzten und vorletztem Blog-Beitrag zum Thema Willensfreiheit dargestellt habe, gibt es noch eine dritte Möglichkeit. Vieles geschieht als Folge einer Kette von Ereignissen, anderes geschieht ohne Ursache, aber unsere Handlungen können keinem der beiden Möglichkeiten zugerechnet werden. Wir haben eine Vorstellung vom freien Willen, und ich gehe davon aus, dass dies keine Illusion ist. Epikur würde von einem Vorbegriff sprechen, den wir von unserem eigenen Handeln haben. Seinen Beitrag zum Thema Willensfreiheit referiere ich in diesem Blog-Artikel. … 

 

Die epikureische Philosophie zur Willensfreiheit 2/3: Indeterminismus

In diesem zweiten von drei Beiträgen zur Willensfreiheit in der epikureischen Philosophie zeige ich die Gegenposition zum im ersten Beitrag referierten Determinismus: dem Indeterminismus. Diese vertritt die Vorstellung, dass etwas zufällig und ohne Ursache da ist. Dazu stelle ich die Analyse der Kausalität von David Hume dar. Von Immanuel Kant erhielt er dafür die Anerkennung, dass er es war, der „…zuerst den dogmatischen Schlummer unterbrach…“ (Kant, Prolegomena, S. 6) … 

 

Warum es die Welt nicht gibt

„Die Philosophie beschäftigt sich auf wissenschaftliche Weise mit der Frage, was das Ganze eigentlich soll.“ Großartig. Das wäre ein guter erster Satz für dein Buch gewesen, Markus Gabriel, verheizt ihn jedoch als ersten Satz eines späten Kapitels. Als ersten Satz nimmst du lieber den – nicht als Zitat ausgewiesenen – Buchtitel eines meiner Jugendidole.  … 

 

Warum Marx recht hat

„Die Arbeiterklasse ist also nicht immer männlich, muskulös und geübt im Umgang mit Vorschlaghämmern.“ In seinem jetzt endlich als Taschenbuch erschienenen Buch Warum Marx recht hat argumentiert Terry Eagleton gegen dieses und viele weitere Vorurteile die über Karl Marx‘ Theorie kolportiert werden. In seinem gewohnt heiteren Stil gelingt es ihm seine Leser sowohl zu informieren, wie zu unterhalten. Eagleton bezeichnet sich selbst als (katholischen) Marxist, beweist aber genug kritische Distanz. So betont er, dass sich mit Klassenkämpfen nicht alle Ereignisse der Geschichte erklären lassen. Der Marxismus ist keine Weltformel die auf alles Anwendung finden kann.  … 

 

Erwachsenensprache von Robert Pfaller

Ich freue mich, dass mein Kollege Heinz Kischkel ein weiteres Mal in meinem Blog mit einem Gast-Beitrag zu Wort kommen möchte. Eine zuerst unterschätzte Neuerscheinung macht nun in den Medien die Runde. Wer folgenden Artikel liest, wird verstehen, dass wir Pfallers Thesen nicht unangegriffen stehenlassen können. Es folgt in einer Sprache für Erwachsene…

Heinz Kischkel über

Robert Pfaller: Erwachsenensprache. Über ihr Verschwinden aus Politik und Kultur.

Mit seiner Grundthese sagt Pfaller, dass die Diversifizierung in Diskriminierungskollektive die klassische Öffentlichkeit und die in ihr artikulierte Einheit vernichte. Das sei die Ideologie des Neoliberalismus, der damit den Grundwiderspruch verschleiere, durch den weite Teile der Bevölkerung verarmten, während eine immer kleinere Schicht immer reicher werde. Statt dagegen anzukämpfen, befasse man sich mit lächerlichen „Mikroaggressionen“ und albernen Sprachregelungen der political correctness.  …