Datenschutzerklärung

Jede gute Website braucht eine Datenschutzerklärung? Ok, dann mache dich auf etwas gefasst.

Präambel

Artikel 12 der EU-Datenschutzgrundverordnung (kurz: DSGVO) fordert, dass ich dir „in präziser, transparenter, verständlicher und leicht zugänglicher Form [und] in einer klaren und einfachen Sprache“ erkläre, was hier auf dieser Webseite geschieht. Da ich dabei nicht davon ausgehen darf, dass du fünf Jahre Informatik, Jura oder Raketeningenieurwesen studiert hast, soll ich hier also Klartext schreiben. Das mache ich doch gerne.

1. Plugins

Diese Website nutzt ein paar Plugins. Diese Plugins machen allerhand: sorgen für schöne Optik, Fußnoten, Social Sharing Buttons, E-Mailalerts, Fotogalerie oder besonders schöne Sitemaps, die dazu führen, dass du diese Website überhaupt finden konntest. Wie dem auch sei: nahezu jedes dieser Plugins sendet am langen Ende deine IP-Adresse an die Server, die benötigt werden, damit du hier eine hübsche Website sehen kannst. Habe ich mit jedem dieser Plugin-Anbieter einen Auftragsverarbeitungsvertrag? Na, was meinst du? Ich verrate es dir: Nein! Und warum? Weil auch das völliger Quatsch ist. Oder willst du mir jetzt ernsthaft nahelegen, ich solle auf meiner privaten, von mir selbst bezahlten und völlig werbefrei gehaltenen Webseite, die ich in meiner Freizeit mit viel Liebe bestücke, nun wirklich losgehen und zu jedem Plugin was ich hier nutzen will einen umfangreichen Auftragsverarbeitungsvertrag abschließen? Ich sage dir was: wenn du nicht willst, dass meine Website deine IP-Adresse weitergibt, dann komm doch einfach nicht hier her.

2. Kontaktaufnahme

Nun zur Kontaktaufnahme: Falls du mir eine E-Mail sendest, musst du damit leben, dass ich Daten von dir erhalte. Ich sehe dann deine E-Mailadresse, eventuell auch deine IP-Adresse und wenn ich mir richtig Mühe gebe und den X-Header deiner E-Mail händisch auswerte, kann ich eventuell sogar sehen, wie der Computer heißt, von dem aus du die Nachricht geschrieben hast. Das ist keine Zauberei oder Hackerkunst, sondern ein Internet-Standard. Wer den lesen kann, kommt an diese Daten. Das ist technisch bedingt – und schon seit vielen Jahren so. Falls du mir ungefragt deine Daten zusendest, darfst du davon ausgehen, dass ich deine E-Mail genauso gut oder schlecht behüte wie alle meine übrigen E-Mails auch. Solltest du dir irgendwann mal überlegen, dass ich die von dir ungefragt zugesandte E-Mail löschen soll, darfst du mich höflich darum bitten – versprechen tue ich aber nichts. Auch hier gilt: wenn du damit nicht leben kannst, sende mir bitte keine E-Mail zu.

3. Kommentare

Weiter im Text: Du kannst hier gerne einzelne Beiträge kommentieren. Aber erneut gilt auch hier: Du musst davon ausgehen, dass ein paar Daten über dich erfasst werden. Die IP-Adresse, der Name und die Mailadresse. Immerhin: beim Namen und der Mailadresse kannst du mit Pseudonymen arbeiten – oder einfach lügen, das ist okay für mich. Bei der IP-Adresse wird es etwas schwieriger – aber hey, wenn die dir zu privat ist, nutzen Sie doch TOR oder einen Proxy. Once again: Love it or leave it.

4. Cookies

Du weißt was ein Cookie ist? Nein? Ok, das kannst du hier nachlesen. Manche Menschen haben Angst vor Cookies, weil sie glauben, dass man damit herausbekommen kann, ob sie (diese Menschen mit der Angst) gestern Abend auf einer Porno-Seite waren oder sich insgeheim für satanistische Nazischergenmusik interessieren. Deswegen möchte kaum jemand, dass eine Website Cookies speichert. De facto ist es aber so, dass Websites ohne Cookies heute kaum noch funktionieren. Und so lange nur First-Party-Cookies eingesetzt werden, ist das mit dem Tracking der Nazi-Porno-Seiten nicht möglich. Diese Website nutzt bestimmt auch Cookies – allerdings nur die „guten“ First-Party-Cookies. Third-Party-Cookies habe ich zumindest nicht bewusst in diese Website integriert.

5. Abmahnungen

Bevor du mich wegen eventuell fehlender, unvollständiger oder nicht ausreichend durchdrungener Aspekte der DSGVO abmahnst, berücksichtige bitte die Worte der zur Einführung der Verordnung zuständigen EU-Justizkommissarin Věra Jourová. Die sagte in einem Interview mit der ZEIT wörtlich: „Es geht [bei der DSGVO] um gesunden Menschenverstand und Verhältnismäßigkeit. Wenn Ihnen jemand eine E-Mail schreibt und Ihnen zugesteht, dass Sie seine Daten verwenden dürfen, dann ist doch klar, dass er Ihnen eine Einwilligung erteilt. Im Übrigen sanktionieren die Datenschutzbeauftragten nicht nur, sondern beraten auch. Meine Prognose ist, dass sich die Behörden auf die Anbieter konzentrieren, die den größten Schaden verursachen können, die die meisten Daten verarbeiten.“

Darüber hinaus verweise ich hier auch gerne auf eine Aussage des deutschen „Vaters“ der DSGVO, Jan Philipp Albrecht. Er schreibt in seinem Blog wörtlich: „Was hingegen nicht eintreten wird, ist dass […] die Aufsichtsbehörden und irgendwelche Abmahnanwälte plötzlich eine ganz andere Gangart gegenüber all den kleinen Unternehmen, Einzelunternehmern, Vereinen und Bloggern einlegen werden.“ Du darfst davon ausgehen, dass ich beiden Akteuren im Falle einer Abmahnung hiervon berichten werde.

6. Schlussbestimmungen

Last but not least: Ich stehe dem Thema Datenschutz positiv gegenüber. Wenn ich aber sehe, mit welcher handwerklichen Qualität die Datenschutzgrundverordnung in Deutschland ausgerollt wurde, wieviele private Blogs und sogar gewerblich betriebene Seiten wegen Überforderung geschlossen wurden und Vereinsvorstände zurücktraten, da der Aufwand für ihr ehrenamtliches Engagement unverhältnismäßig ist, komme ich als politisch interessierte Privatperson zu dem Schluss, dass ich nicht über jedes Stöckchen springen will und kann, was der Gesetzgeber mir hier hin hält.